Winter is coming

Vor Kurzem endete die siebte Staffel von Game of Thrones und wir müssen uns nun wieder lange Zeit gedulden, bis wir in der finalen achten Staffel endlich erfahren werden, welches Schicksal unsere Lieblingscharaktere ereilt und wie die Geschichte enden wird. Unter anderem machen dynamische Handlungsentwicklungen, hinterlistige Intrigen und starke Frauenfiguren den Erfolg der Serie aus und veranlassen uns reihenweise zum bingewatchen. Doch nicht zuletzt begeistert die Serie mit eindrucksvollen Aufnahmen von Landschaften, Burgen und Kathedralen. So archaisch und mythisch, wie die Bilder in den einzelnen Folgen oftmals wirken, scheint es teilweise unglaubwürdig, dass diese Orte doch tatsächlich im wirklichen Leben existieren. Ich habe mich daher während meines Urlaubs in Spanien von der Realität von einem der vielen Drehorte selbst überzeugt und einen Ausflug nach Girona unternommen, dass in der Serie Braavos, Kings Landing und Oldtown zu sehen ist.

Besonders markant ist dabei die bekannteste Kirche der Stadt, die Kathedrale Santa Maria. Auf den Stufen vor dem Eingang sieht man in der sechsten Staffel Margaery Tyrell stehen, von wo aus sie ihren Bußgang starten soll, welcher aber abgebrochen wird. Auch in der Realität und ohne Game of Thrones ist der Aufgang zur Kathedrale wirklich beeindruckend, es sind schier unendlich viele Treppenstufen aus hellem Stein vor einem bis zum Eingang, die ihre Wirkung vollkommen in den gefilmten Bildern entfalten. Nichtsdestotrotz bemerkt man aber auch, dass die Filmemacher tief in die Trickkiste gegriffen haben und dank technischer Kniffe die opulente Atmosphäre noch verstärkt haben: So liegt vor dem Treppenaufstieg nicht wie in GoT ein freier Platz, auf dem viele Soldaten und tausende von Bürgern stehen und sogar der Blick bis zum Meer möglich ist. Stattdessen befinden sich auch hinter einem eigentlich meterhohe Gebäude, die selbst oben an der Kirche keinen weiten Ausblick zulassen. Dennoch ist dieser Drehort auch in Wirklichkeit sehr gut wiederzuerkennen und man hat die Bilder sofort vor dem geistigen Auge.

Eine andere Szene spielt sich vor der Pujada de Sant Domenec ab, wo Arya Stark auf den Treppenstufen mitten im Marktplatz landet, bevor sie das andere Mädchen umbringt. Der Ort hat in Wirklichkeit dabei eine ganz andere Wirkung, denn während es sich in der Serie um einen offenen und freien Platz zu handeln scheint, ist es in Wirklichkeit eine schmale Gasse mit südländischem Charme. Oftmals hat sogar eine Restaurant direkt auf den Treppenstufen seine Tische aufgestellt, von wo aus man die Atmosphäre Gironas gut genießen kann.

Das Rocambolesc, eine Eisdiele der Stadt, hat die Bekanntheit der Serie auch für sich genutzt und ein eigenes Eis kreiert, das sich „Die blutende Hand“ nennt und nach Blutorange und Mango schmecken soll. Mir war das doch zu makaber, es selbst zu essen, aber auch das andere Eis dort schmeckt sehr gut. 😉

Mit diesen Eindrücken ist es schön, einige Szenen der sechsten Staffel noch einmal Revue passieren zu lassen und die eigenen Beobachtungen mit den professionellen Aufnahmen zu vergleichen. Doch mit und ohne Game of Thrones ist Girona auf jeden Fall eine Reise wert, die Stadt liegt malerisch an zwei Flüssen und man kann es sich dort bei engen Gassen, vielen Restaurants und schönen Geschäften wirklich gut gehen lassen und die spanische Gelassenheit genießen! 😊

Susanne Riexinger

Susanne Riexinger

Susanne studiert Germanistik, träumt von den 60er Jahren und liebt Lavendelduft.

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