CORSICA

…hieß in diesem Jahr also das Urlaubsziel. Ihr kennt Korsika (korsisch: Corsica) nicht? Na dann erst mal einen Auszug aus dem Reiseführer. Die Insel Korsika liegt im Mittelmeer und gehört seit 1769 zu Frankreich. Da damals die Genuesen die Insel an Frankreich verkauften, wird den Korsen aber nachgesagt einfach nur Korsen zu sein, was vor allem an den zweisprachigen Ortsschildern deutlich wird. Wohl kaum ein Urlauber wird aus Korsika zurückkommen und berichten, dass ihm die Insel nicht gefallen hat. Das lässt sich ganz einfach daran erklären, dass Korsika für jeden Urlaubstypen etwas bietet. Ob wandern, hardcore bergsteigen, Mountainbiken, Rennradfahren oder einfach nur im Meer baden. Nur wenige Kilometer von der Küste entfernt erstrecken sich bereits die korsischen Berge. Korsikas höchster Berg Monte Cinto erreicht mit 2706 m fast die Höhe von Deutschlands höchstem Berg der Zugspitze.

Nun aber zum Reisebericht 🙂

Los gings am Donnerstagabend. Also Mountainbike und Campingequipment ins Auto und nach einem kurzen Tankzwischenstopp in Österreich über den Brenner nach Italien. Um halb sechs Uhr morgens dann die Ankunft im Hafen von Livorno. Kurz darauf lassen uns die Hafenarbeiter bereits zum Abfahrtspunkt der Fähre einfahren. Nach drei Kreuzfahrtschiffen fahren schließlich zwei Fähren zeitgleich ein. Damit beginnt das übliche Getümmel in einem italienischen Hafen mit den „Avanti-Avanti“-Rufen der italienischen Hafenarbeiter. Nach dem Aus- und Einladen der Fahrzeuge legen wir mit einer Viertelstunde Verspätung schließlich ab. Auf dem einzigen Außendeck tümmeln sich die Passagiere und versüßen sich die Fahrt mit korsischem Bier, wobei manche auch mit tschechischen Schnaps. Mit vielen Anderen holen wir im Liegestuhl ein bisschen Schlaf nach. Um zwölf Uhr erreichen wir den Hafen von Bastia im Nordwesten Korsikas. Nach zwei Stunden im Riesensupermarkt und einem Kurzbesuch bei einem korsischen Winzer geht’s zum Campingplatz in der wunderschönen Bucht von Saint Florent. Also Räder zusammenbauen, Zelt aufbauen und wir müssen feststellen, dass unser Gaskocher nicht funktioniert, womit für den Abend Baguette mit korsischer Wurst angesagt ist.

Am Samstagvormittag wird erst mal ein neuer Kocher besorgt, der alte Kocher zerlegt, beim städtischen Fischer eingekauft und anschließend das Meer genossen.

Am Sonntag wird’s Zeit für die erste Radtour und es geht zum Plage de Saleccia (Plage ist der Strand). Erstmal zwölf Kilometer eine Asphaltstraße hoch und anschließend die Sandstraße zum Strand hinunter. Außer Mountainbikes sind hier nur ein Paar Geländewagen unterwegs, alle kämpfen sich über Felsen, durch Sand und Wasser zum 12 km entfernten Plage de Saleccia. An diesem schließlich angekommen erwartet uns ein Strand mit klarem Wasser, der Karibikfeeling aufkommen lässt. Neben vielen Leuten befindet sich eine Kuhherde auf dem Strand, welche nach einiger Zeit wieder abzieht. Nach mehreren Stunden Strand genießen treten wir den Rückweg an, nun geht’s erstmal die steile Sand- und Felsstraße bergauf.

Montag beginnt leider mit vielen Wolken und schlechter Wettervorhersage. Getreu dem Motto es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung, geht’s zur Kirche San Michele auf den Berg. Nach ein paar Fotos von der schönen Aussicht versuchen wir dem Regen noch schnell zu entkommen und begeben uns zurück zum Campingplatz.

 

 

Wegen der schlechten Wettervorhersage an der Westküste ziehen wir am Dienstag nach Solenzara im korsischen Südosten um. Bei einem Zwischenstopp im korsischen Baumarkt finden wir endlich die passende Dichtung für den defekten Gaskocher.

Am Mittwoch heißt das Ziel Col de Bavella, auf korsisch Bocca di Bavedda, ein 1218 m hoher Pass in den korsischen Bergen. Trotz strahlenden Sonnenschein am Strand wird das Wetter in den Bergen zunehmend schlechter, sodass wir am Col de Larone, dem 608 m hohen Pass vor dem Bavella vorzeitig umkehren.

Am Donnerstag wird ein Strandtag eingelegt und abends ein typisch korsisches Menu genossen. Zur Vorspeise eine Platte mit korsischen Wurstspezialitäten, zum Hauptgang ein korsisches Wildschweingulasch mit Bandnudeln und der Dessert des Tages entpuppt sich als Apfelkuchen.

Die Stadt Bonifacio an der Südspitze Korsika ist das Ziel am Freitag. Eine schöne Altstadt mit engen verwinkelten Gassen an einer steilen Felsküste mit einem Hafen, von dem aus auch eine Fährverbindung zur südlichen Nachbarinsel Sardinien (Italien) besteht.

 

 

 

 

 

Am Samstag heißt es Umzug von der Ost- zur Westküste zur Hafenstadt Propriano. Da die Wetteraussichten dieses Mal gut sind, fahre ich die Strecke mit dem Fahrrad, die wieder über die Pässe Col di Larone und Col di Bavella führt. Nach vier Stunden Fahrt und 32km Strecke wird der gut 1200 m hohe Bavella erreicht. Zwar ist dies erst gut ein Drittel der Gesamtstrecke jedoch geht’s von nun an hauptsächlich bergab. Abends am Ziel angekommen zeigt der Tacho immerhin 89km an.

Angesichts der langen Tour vom Vortag reicht am Sonntag eine kleine Radtour zum Bergdorf Viggianello, wofür wir eine in der Karte nur als Wanderweg eingezeichnete Strecke ausprobieren. Diese wandelt sich von einer Asphaltstraße über eine Kiesstraße zu einem stark zugewuchertem steinigen, teils felsigen Weg, der wahre Mountainbikerfreude aufkommen lässt. In Viggianello genießen wir im Restaurant Chez Charlot einen super Blick über die gesamte Bucht von Propriano.

Am Montag wird das Dorf Filitosa besucht, wo sich Jahrtausende alte Gebäude und Statuen befinden, die eindrucksvoll von sehr früher korsischer Geschichte erzählen, jedoch erst vor 70 Jahren wiederentdeckt wurden.

 

Nach einem Strandtag am Dienstag in Propriano geht es am Mittwoch quer über die Insel zurück in den Norden nach St. Florent. Die Hauptverbindungsstraße führt durch das gebirgige Landesinnere, wo sich auch die Stadt Corte befindet, welche früher die korsische Hauptstadt war. Dort befindet sich auch die UNIVERSITÀ DI CORSICA PASQUALE PAOLI, mit 4600 Studenten Korsikas einzige Universität. Bei der Fahrt durch einige korsische Dörfer fällt auf, dass der Tourismus mittlerweile auch im Landesinneren mehr und mehr Einzug erhält, viele alte Häuser renoviert wurden und dort Cafés und kleine Läden eingerichtet wurden.

Am Donnerstag mache ich mit dem Fahrrad auf den Weg von St. Florent nach Furiani, nahe Bastia um die dort ansässige korsische Brasserie (Brauerei) Pietra aufzusuchen, welche Kastanienbier braut. Die von mir gewählte Abkürzung entpuppt sich als Kiesweg an dem ich einem freilaufenden Schwein begegne, was früher an vielen Straßen üblich war, mittlerweile jedoch sehr selten geworden ist. Dieses steht meiner Anwesenheit ähnlich skeptisch gegenüber, wie ich ihrer und so entfernen wir uns langsam wieder voneinander. Zwar finde ich die Brauerei, diese hat jedoch nicht wie gehofft einen Besucherladen oder ähnliches. Auf dem Rückweg finde ich kurz vor St. Florent eine sehr kleine korsische Brauerei, die mit einer Bar zur Bierprobe einlädt. Da dies leider der letzte Tag in Korsika ist, genießen wir am Abend in St. Florent ein letztes korsisches Menü.

 

 

 

 

 

Nach einem letzten Eintauchen in das Meer brechen wir am Freitagvormittag zur Rückreise zum Hafen von Bastia an. Nach und treffen immer mehr Autos, Wohnmobile und LKWs ein, jedoch ist weit und breit keine Fähre zu sehen und das unschöne Wort Verspätung macht unter den Wartenden die Runde.  Um 17 Uhr läuft diese schließlich im Hafen ein. Auf der Fähre verfolgen die Passagiere gespannt die Diskussion der Hafen- und Schiffsmitarbeiter, welche offenbar beraten wie die verbleibenden 5 LKWs, 3 Wohnwagengespanne und 3 Kleintransporter sowie eine Handvoll Autos noch in dieses Schiff passen sollen. Schließlich ist es doch soweit und wir starten um 18:15 mit zweieinhalb Stunden Verspätung in Richtung Livorno. Offenbar wegen der vollen Beladung braucht die Fähre viereinhalb anstatt vier Stunden für die Strecke Bastia – Livorno. Um 23 Uhr verlassen wir schließlich die Fähre und treten die siebenstündige Rückfahrt an.

FAZIT

Auch wenn dies mittlerweile mein zehnter Besuch auf Korsika war, wird es sicher nicht der letzte gewesen sein. Für alle, die noch nie auf Korsika waren ist es in jedem Fall eine Empfehlung wert. So wird man kaum jemanden finden, der schon mal auf Korsika war und dem es dort nicht gefallen hat. Wie anfangs schon erwähnt, ist dort für jeden Freizeitwunsch etwas dabei. Neben dem Auto besteht auch die Möglichkeit die Fährhäfen am Festland (Italien oder Frankreich) mit dem Zug zu erreichen und sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf Korsika zu bewegen. Zudem verfügt Korsika über vier Flughäfen bei den Städten Bastia, Ajaccio, Porto-Vecchio und Calvi.

Hannes

A bissl wos gäd imma...

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