Ein Frühjahrsbesuch bei den Bienen

Ubi apis, ibi salus.
Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit.

  altrömisches Sprichwort

Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit, nämlich im Mai 2018, dass sich im Olympiadorf zwei Bienenableger niederließen, die seitdem in friedlicher Nachbarschaft wachsen und gedeihen. Getragen wird das Projekt vor allem von den hier lebenden Studenten und dem Verein „Studenten im Olympiadorf e. V.“. Unterstützung bekommen wir freundlicherweise vom Studentenwerk, der ODBG und dem Olympiawerk.

Ein Frühjahrsbesuch bei den Bienen

Home sweet home…

Was bisher geschah…

Bis auf einige kleine Startschwierigkeiten und aufdringliche Ameisen-Nachbarn war das Bienenprojekt bisher ein voller Erfolg, vor allem dank des Engagements unserer Imker, die das Projekt neben dem Studium initiiert, aufgebaut und beworben haben. Beide Ableger waren dank guter Pflege über den Sommer kräftig gewachsen und sammelten sogar schon so fleißig Nektar und Pollen, dass – hurra – bereits im Herbst der erste Honig geerntet werden konnte. Der schmeckt übrigens hervorragend! Durch die Entnahme einiger Honigwaben hatten die Völker ausreichend Platz für die Winterbrut.

Neben der Honigernte konnte dank einer großzügigen Schenkung und fleißiger Helfer ein Gartenhaus aufgebaut werden, sodass alle Materialien und Gerätschaften ebenso sicher  durch den Winter gekommen sind wie unsere beiden Völker – denn ja, so dürfen sie sich nach ihrer ersten erfolgreichen Überwinterung nennen.

Ein Frühjahrsbesuch bei den Bienen

Fleißige Imker bei der Ernte

Status Quo…

Das ehemalige Sorgenkind Volk 2 verursachte noch im Winter erneut einen Schreck bei den Imkern, als plötzlich nicht mehr sicher war, ob eine oder zwei Königinnen munter im Volk umherliefen und Eier ablegten. Zur Erinnerung: Volk 2 hatte bereits in einer Rettungsaktion eine neue Königin bekommen, da die alte auf Nimmerwiedersehen das Weite gesucht hatte. Und nun gleich zwei Königinnen, ob das gut gegangen wäre?! Eher nicht, Bienen machen in einem solchen Fall nämlich kurzen Prozess und stechen die weniger beliebte der beiden Damen kurzerhand ab. Zum Glück ist das bei uns Menschen ein weniger akzeptiertes Mittel, um Konflikte zu schlichten!

Aufgrund einiger warmer Tage in den letzten Wochen haben beide Völker mittlerweile ihre Winterruhe beendet, den Flugbetrieb aufgenommen und sammeln bereits wieder Pollen. Sobald die Lufttemperatur tagsüber wieder höher als 6 °C ist, lockert sich die Wintertraube, zu der sich die Bienen im Winter zusammendrängen. Steigt die Außentemperatur das erste Mal auf 12 °C an, ist mit dem Reinigungsflug der Bienen zu rechnen. Sie verlassen dabei in kleinen Gruppen den Stock. Grund für den gemeinsamen Ausflug? Sie suchen dringend eine Toilette! Da Bienen sehr reinlich sind, verbietet es sich von selbst, dass sie ihren Stock durch Kot beschmutzen, weshalb sie über den gesamten Winter – also mehrere Monate! – durchhalten müssen.

Ein Frühjahrsbesuch bei den Bienen

Die Winterruhe ist beendet

Der Imker hat nun zur Unterstützung der Bruttätigkeit des Volkes die Möglichkeit, den Bienen eine oder mehrere Tränken aufzustellen, falls sich keine natürlichen Wasserquellen in unmittelbarer Nähe befinden. Unsere Imker haben das natürlich schon erledigt! J

Quo vadis…

Auch die Königin wird nun bald wieder richtig produktiv und legt fleißig Eier ab (bis zu 2000 pro Tag!). Befruchtete Eier entwickeln sich zu Arbeiterinnen, während aus unbefruchteten Drohnen entstehen. Fun Fact: Jede Biene übt nacheinander eine Vielzahl von Berufen in ihrem Leben aus. Zu Beginn sind sie sogenannte Ammenbienen, die nur für Fütterung und Pflege der Larven zuständig sind. Sie sind es auch, die das hochwertige (und auch für uns Menschen gesunde) Gelée Royale produzieren. Erhält eine Larve nur dieses als Nahrung, entwickelt sie sich zu einer Königin. Alle anderen Larven erhalten nach dem dritten Tag zusätzlich Pollen und Honig, deshalb werden sie zu Arbeiterbienen.

Unsere Imker tüfteln bereits an neuen Projekten für 2019, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Wie bereits im letzten Artikel angekündigt, soll die Anzahl der Völker und Imker aufgestockt werden. In Kooperation mit den studentischen Ausschüssen im Dorf werden hoffentlich viele weitere Ideen realisiert, z. B. der Bau von Hochbeeten im studentischen Dorf, durch deren gezielte Bepflanzung die Bienen noch mehr Nektarquellen finden können. Weiter sind geplant, und zum großen Teil schon in Bearbeitung, die Ansiedlung eines Hummelvolkes in Kooperation mit dem Töpferausschuss, ein Kindergottesdienst, eine Wildbienennisthilfe in Zusammenarbeit mit dem Werkstattausschuss und dem Olympiawerk, das Anlegen einer Wildblumenwiese, der Bau von Bienenbeuten und, und, und…die Ideen gehen uns sicher nicht aus!

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Der erste Honig!

Selbst aktiv werden…

Wer nicht nur lesen, sondern das Bienenprojekt aktiv unterstützen möchte, kann dies z. B. durch Bepflanzung seines Balkons oder Gartens tun. Entsprechende Pflanzen, über die Bienen sich freuen, sind etwa Himbeerenblüten (auch Bienen mögen’s fruchtig), Klee, Löwenzahn, Lavendel, Sonnenblumen und ganz besonders Phacelia (auch Büschelschön genannt), was übersetzt „Bienenfreund“ bedeutet. Besonders im Spätsommer wird dann eine ausgewogene Versorgung wichtig, damit sich die Völker gut auf den Winter vorbereiten können. Deshalb freut es uns, wenn möglichst viele Bewohner des Olympiadorfes mitmachen und ihren Balkon unterschiedlich bepflanzen!

In einem sogenannten „intelligenten Blumenkasten“ können z. B. alle Arten von Mauerpfeffer

Ein Frühjahrsbesuch bei den Bienen

Auch beim Ernten wird dieses Jahr wieder Hilfe gebraucht

und Lippenblütler (u. a. Küchen-Salbei), Bohnenkraut, Thymian und Pfefferminze, gepflanzt werden. Auch über Schnittlauchblüten freuen sich die Bienen. Bienenfreundlich, insektenfreundlich, küchengeeignet, praktisch! Als Faustregel gilt, je vielfältiger das Angebot, umso besser für die Bienen, und, keine Pflanzen mit gefüllten Blüten! Denn, die bieten gar keinen Insekten Nahrung. Weitere Informationen dazu, findet ihr in der Broschüre vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft „Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten“.

Tipp: Wem bereits das kulinarische Angebot für den Herbst am Herzen liegt, kann folgende, bienenfreundliche Pflanzen in seinen Garten aufnehmen: Rosen, Sonnenblumen, Goldrute, Sonnenhut und Schneeheide. Die sind nicht nur hilfreich für die Bienen, sondern auch schön anzuschauen!

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Wer auch mal imkern möchte, sonstige Fragen und Anregungen hat oder noch mehr Infomaterial zur Bepflanzung sucht, kann sich gerne an bienen@oly-dorf.de wenden. Gerade feilen wir noch an einer Internetseite, die wir nach Fertigstellung über die hier bereits genannten Kanäle bewerben werden. Wir freuen uns über zahlreiche Leser und Unterstützer!

Lubika Brechtel

Lubika Brechtel

Lubika, studiert Philosophie, nimmt aber auch privat gerne Menschen und Themen unter die Lupe.

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