Wiesn-Zeit in München

Wiesn-Zeit in München

Es ist wieder soweit, am Samstag, den 21.09.2019, um Punkt 12 Uhr wird Oberbürgermeister Dieter Reiter nach alter Tradition im Schottenhammel das erste Bierfass anzapfen und die diesjährige Wiesn mit seinem „O’zapft is!“ eröffnen. Darauf folgen 12 traditionell vor der Bavaria abgegebene Böllerschüsse. Erst dann dürfen die anderen Zelte ausschenken. Also nicht wundern, die Zelte öffnen zwar um 9 Uhr aber dann heißt es noch 3 Stunden auf das Festbier warten.

Ab diesem Moment herrscht dann wie jedes Jahr um diese Zeit Ausnahmezustand in München: Die U-Bahnen vor allem rund um die Theresienwiese sind überfüllt und erhalten mit zunehmender Wiesndauer eine ganz eigene Duftnote… Im Jahr 2018 wurden 6,3 Millionen Besucher gezählt, es wurden 7,5 Millionen Mass getrunken (717 Alkoholvergiftungen), 124 Ochsen, 48 Kälber und ca. 440.000 Hendl vertilgt.

Die Bierzelte haben Montag bis Freitag ab 10 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen bereits ab 9 Uhr geöffnet. Das letzte Bier und das letzte Lied gibt es um 22.30 Uhr, Ende ist dann um 23.30 Uhr.

Planst du einen Wiesnbesuch, musst du dir überlegen, in welches der 17 kleinen und 21 großen Zelte du gehen möchtest. Da kann man als Wiesnneuling schon leicht überfordert sein. Wenn du so richtige Wiesnstimmung auf Bierbänken erleben möchtest, dann solltest du eines der großen Zelte besuchen. Hier eine Auswahl:

Die Fischer-Vroni ist, wie der Name schon verrät, berühmt für ihren Steckerlfisch. Hier findet man eher gemütliches Publikum und Familien, die mehr Wert auf gutes Essen als auf Partystimmung legen.

Das Hacker-Festzelt, der „Himmel der Bayern“, ist bekannt für seine Decke mit blauem Himmel und Schäfchenwolken, die das ganze Zelt sehr hell wirken lässt. Das Hacker-Zelt ist immer als eines der ersten geschlossen. Hier triffst du vor allem Bayern aller Altersklassen.

Im Hofbräu-Festzelt findet die Wiesn-Party unter den Augen des Engels Aloisius statt. Hier gibt es vor der Bühne sogar einen extra Stehbereich zum Tanzen ohne Tische. Das Publikum ist international, Bayern findet man hier nur vereinzelt.

Die Käfer-Wiesnschänke ist nicht wirklich ein Zelt, sondern eher wir eine Skihütte gestaltet. Hier verkehren Filmsternchen, solche, die es gerne wären, FC-Bayernspieler und andere Persönlichkeiten der Münchner Schickeria. Neben Bier wird selbstverständlich auch Champagner getrunuken.

In Kufflers Weinzelt wird ebenfalls Champagner ausgeschenkt, Helles gibt es hier nicht, nur Wein, Sekt etc. Allerdings kann man hier (wie auch im Käfer) noch bis 1 Uhr weiterfeiern, wenn die andern Zelte schon geschlossen haben.

Nicht zu vergessen das Löwenbräu-Zelt, das mit seinem 37 Meter hohen Löwenturm ins Auge sticht. Der 4,5m große Löwe, der den Eingang bewacht und „Lööööwenbräu“ brüllt, ist vor allem für Kinder sehr eindrucksvoll. Innen findet man durch den Löwen angelockt allerdings vor allem TSV 1869-Anhänger sowie ähnlich internationales Publikum wie im Hofbräu-Zelt.

Der diesjährige Preis für die Mass Bier liegt je nach Zelt bei 10,80-11,80 Euro (letztes Jahr: 10,70-11,50 Euro).

Um zu erfahren, was dieses Jahr denn die Trachtenmode so „vorgibt“, konnte ich die Geschäftsführerin der Inntaler Trachtenwelt Angelina Beer interviewen:

Was tragen denn die Burschen und Madln dieses Jahr auf der Wiesn? Beim Dirndl wird dieses Jahr auf traditionelle Stoffe mit modischen Einflüssen gesetzt. Pastelltöne, Streifen und Baumwollstoffe werden uns durch die Wiesnzeit begleiten. Feminine Spitzenblusen machen jedes Dirndl zu etwas besonderem.

Bei den Burschen wird die Lederhose, ob mit Träger oder Gürtel (bei den jungen Männern geht der Trend zum Gürtel), am liebsten mit einem weißen Hemd kombiniert. Hierzu kann jede Weste, egal welcher Stoff oder welche Farbe getragen werden.

Ach und dann als krönender Abschluss des Outfits, wohin die Dirndlschleife?

Für die Mädls (und auch Jungs als Information): Tracht steht für Tradition – und traditionell wird die Schleife nur rechts getragen, wenn man verheiratet ist. Links bedeutet, ihr seid noch frei, und in der Mitte bindet ihr eure Schleife, wenn ihr die Wiesn nicht ohne Begleitung verlassen wollt.

Damit wäre die Wahl des Outfits geklärt. Jetzt denkt daran: Seit einigen Jahren sind nur noch kleine Taschen mit den Maßen 20x15x10 Zentimeter auf der Festwiese erlaubt. Rucksäcke und andere große Taschen müssen davor kostenpflichtig eingeschlossen werden.

Momentan sieht die Wetterprognose für die ersten Wiesntage nach Bayernhimmel aus, also holt die Dirndl und Lederhosen schon mal raus.

Und nicht vergessen! Hier im Dorf startet die Wiesn schon am 20.09.2019 mit dem Festbieranstich in der Bierstube (ab 19 Uhr) und anschließend einem Wiesn-Warmup ab 21 Uhr in der Lounge. Da gibt es die Mass noch für 5 Euro.

Ich wünsche euch allen eine schöne und friedliche Wiesn!

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